GAL GADOT as Wonder Woman in Warner Bros. Pictures’ WONDER WOMAN 1984 Photo by Clay Enos and DC Comics

Washington D.C. – ein Fest für die Frauen Power

Wissenschaftlerin, Chefin, Künstlerin oder Super Woman. Wie GAL GADOT as Wonder Woman in Warner Bros. Pictures’ WONDER WOMAN 1984. Frauen können einfach alles sein! Vor allem eine Region an der Ostküste der USA ehrt ihre Heldinnen. Eine Reise auf den Spuren außergewöhnlicher Frauen in der Capital Region, von Washington D.C. über Virginia nach Maryland zu Harriet Tubman’s Statue „Beacon of Hope“.

„F ür das schwarze Amerika ist Harriet Tubman die Königin aller Freiheitskämpferinnen“, erklärt Erika. Sie bringt Kaffee und ein deftiges Frühstück. Draußen über dem Logan Circle geht die Sonne auf. Und das quirlige Viertel rund um die 14th Street NW mit seinen Designläden, Bars und Restaurants startet in einen neuen Tag. Gut behütet von zwei Kriegerinnen, deren Murals an der Fassade des Hotels ZENA weit über den Stadtteil blicken.

Fassade des Hotel ZENA am Logan Square. Foto: Flora Jädicke
„Hotel Warriors“ von MISS CHELOVE an der Fassade des Hotel Zena ZENA  am Logan Circle. Foto: Flora Jädicke

Sie wachen über Mother Earth und über das einzige Hotel, das sich einen modernen Feminismus auf die Fahnen geschrieben hat. Und das inmitten der von Politik und Männern dominierten Welt von Washington, DC.

ZENA – Ein Haus für Frauen Power

Wo wenn nicht hier, im Hotel ZENA könnte meine Suche nach den prägenden Frauen der „Capital Region“ besser beginnen, als unter den Augen von Mrs. „I dissent“. Einem gewaltigen Portrait der ehemaligen US-Bundesrichterin Ruth Bader-Ginsburg, kurz von ihren Fans RBG genannt. Mit ihren Einsprüchen am Supreme Court erlangte sie Weltruhm.

"Ruth Bader Ginsburg" Tampon-Portrait von Andrea Sheehan und Julie Coyle Art Associates. 20.000 handbemalte Tampons. Sie wurden gespendet von CORA. Foto: Flora Jädicke
„Ruth Bader Ginsburg“ Tampon-Portrait von Andrea Sheehan und Julie Coyle Art Associates. 20.000 handbemalte Tampons. Sie wurden gespendet von CORA. Foto: Flora Jädicke

RBG war eine Institution am obersten US-Gericht und schon zu Lebzeiten eine Ikone im Kampf für Frauenrechte. Immer bereit ein Statement zu setzen für die weibliche Hälfte der Menschheit.

So wie das ZENA ein Statement setzt und eine Hommage ist an die Kraft der Frauen. „Mit subtilem Design und 60 Kunstwerken von internationalen Künstlerinnen zu allen Facetten des Frau-Seins feiern wir ein Fest für Frauen“, sagt Rezeptionschef Hezekiel Mango. „Und das längst nicht nur am internationalen Frauentag. Wir feiern ihren Einfluss auf die Gesellschaft und auf diese Stadt an 365 Tagen im Jahr – und natürlich auch zusammen mit den Männern.“

A Tour of Her Own –  die Frauen von Washington  D.C.

An diesem Morgen führt mich Rebecca Grawl durch das weibliche Washington, DC. Ich treffe sie am Post Pub. Jenem kleinen Pub, in dem sich einst die Journalistinnen und Journalisten der Washington Post trafen. Auch die weltbekannte Zeitung verdankt ihren Ruhm nicht zuletzt einer Frau und ihrer legendären Entscheidung für unabhängigen Journalismus.  Aber dazu später mehr.

Call Box für Mary Church Terrell mit Tour Guide Rebecca Grawl von "A Tour of Her Own" (TOHO). Foto: Flora Jädicke
Call Box für Mary Church Terrell mit Tour Guide Rebecca Grawl von „A Tour of Her Own“ (TOHO). Foto: Flora Jädicke

„In der Geschichte der USA hatten Frauen immer eine prägende Rolle“, sagt Rebecca. Wie groß ihr Einfluss war ahnten Kaitlin Calogera und Rebecca Grawl als sie ihre Uni-Abschlüsse als Historikerinnen in der Tasche hatten. Nur sieht es keiner. „Deshalb gründeten wir kurzerhand TOHO, „A Tour of Her Own“, in der Gäste Washingtons „Sheroes“ kennenlernen. Auf unserem Weg zur Pennsylvania Avenue liegen acht der „Herstoric Call boxes“, die überall in der Stadt öffentlich zugänglich sind.

Ehemalige Notrufsäulen, die zu kleinen Monumenten wurden, an denen sich Washington vor seinen starken Frauen verneigt.

Call Box für Katherin Graham, Verlegerin der Washington Post, die Richard Nixon das Fürchten lehrte. Foto: Flora Jädicke
Call Box für Katherin Graham, Verlegerin der Washington Post, die Richard Nixon das Fürchten lehrte. Foto: Flora Jädicke

Nicht selten haben sie die Welt veränderten. Wie Kathrin Graham, Washington’s mutige Verlegerin, die Richard Nixon in die Knie zwang. Unter ihrer Leitung veröffentlichte die Washington Post jene Pentagon Papers, die den Water Gate Skandal ins Rollen brachten. Sie ist nur eine von weit mehr als Hundert Aktivistinnen, Wegbereiterinnen oder Geschäftsfrauen wie Küchenchefin Amy Brandwein eine ist, in deren preisgekröntem Restaurant Centrolina mein Tag am Abend endet.

National Museum of Women in the Arts

 Zuvor aber führt meine Spurensuchen ins Pen Quater zum „National Museum of Women in The Arts“ (NMWA). Es ist das größte Museum, das ausschließlich Kunstwerke von Frauen zeigt. Die Ausstellung umfasst 5500 Werke vom 1600 Jahrhundert bis in die Gegenwart. Darunter Werke von Gabriele Münter. Architektin Sandra Vicchio hat das 1981 von Wilhelmina Holladay gegründete Museum in einer ehemaligen Freimaurer Loge aufwendig saniert. „Siehst Du?“, fragt sie mich auf dem Weg durch Ausstellung an  Yael Bartana’s neon-gelbem Schriftzug. Diese Frage stelle ich mir immer wieder.

Yael Bartana's Frage an die Welt: Foto: Flora Jädicke
Yael Bartana’s Frage an die Welt: Foto: Flora Jädicke

„What if women ruled the world?“ Was wäre, wenn Frauen die Welt regierten? „Keine Ahnung!“, fügt sie gleich an. „Das hängt wohl sehr von den Frauen ab, die sie regieren würden.“

Mein Museumsbesuch endet in Amy Brandwein’s trendigem Centrolina im Downtown City Center. Zwischen Pasta, Dolce und ausgesuchten Weinen treffen sich hier Washington’s Macherinnen. Man hört sie lachen, debattieren und feiern. Der Kellner grüßt mich mit Feinem aus Amy’s italienischer Küche.

Amy Brandwein. Küchenchefin und Besitzerin des angesagten Restaurants mitten im Zentrum von Washington D.C. Quelle:
Amy Brandwein. Küchenchefin und Besitzerin des angesagten Restaurants mitten im Zentrum von Washington D.C. Quelle:

Als Tochter einer Feministin hat sie früh gelernt: „Frauen können alles tun, was Männer auch tun. Fußball spielen zum Beispiel“, sagt sie. „Das hilft mir den stressigen Job in der Küche zu meistern.“ Für Amy ist klar, warum D.C.’s Frauen so stark sind: „Die Stadt ist die Heimat unserer Demokratie. Es ist unmöglich hier zu leben, ohne es für alle besser zu machen“, sagt sie. „Deshalb kommen vor allem die Frauen nach D.C., die den Unterschied machen wollen.“

Maggie L. Walker die Mutter der Microcredite

Einflussreiche Frauen hat es zu allen Zeiten gegeben. Das zeigt die Geschichte von Maggie Lena Walker in Virginias Hauptstadt Richmond. Gut zwei Autostunden südlich von Washington, DC. Walker gründete 1903 als erste Frau und freie Afroamerikanerin der USA  ein eigenes Geldinstitut, die St. Luke Penny Savings Bank. Ihr ehemaliges Wohnhaus gehört heute zum National Park Service, der Touren durch die Welt der erfolgreichen Finanzmanagerin anbietet.

Maggie L. Walker Statue in Richmond Virginia. Die erste Frau, die erste schwarze Frau, die ein eigenes Finanzinstitut gründete. Foto: Flora Jädicke
Maggie L. Walker Statue in Richmond Virginia. Die erste Frau, die erste schwarze Frau, die ein eigenes Finanzinstitut gründete. Foto: Flora Jädicke

Es war Maggie Walker!“, sagt Kelli Lemon, Moderatorin bei 8@4 und Mitbegründerin des Richmond Jackson Ward Collective, ein Projekt zum Aufbau einer schwarzen Unternehmenskultur. „Sie hat die schwarze Gemeinschaft hier in der Stadt am James River erst stark gemacht. Ihr Erbe ist bis heute lebendig“.

Kelli Lemon und „Maggie’s Girls“

Wie einst Walker vergibt das Collektive Mikrokredite an afroamerikanische Kleinunternehmer. „Die älteren Mitglieder“, sagt Kelli, nennen uns junge Mitstreiterinnen deshalb gerne „Maggie’s Girls“. Seitdem sie denken kann, weiß sie was Frauen leisten. In der afroamerikanischen Community der Ostküstenstaaten waren sie von jeher die Chefs in den Familien.  „Mein Dad war großartig“, sagt Kelli. „Aber Mam war diejenige, die gutes Geld nach Hause brachte.“

Deshalb hat auch Kelli neben dem Job beim Richmond Times Dispatch parallel die Urban Hang Suite aufgebaut. Der gemütliche Coffeeshop mit sozialem Touch liegt im historischen Teil der „Black Community“, mitten in Richmond’s angesagten Viertel Jackson Ward. Dort reden wir über das Leben, über Gott und die Herausforderung in Amerika eine Frau zu sein. Und eine Schwarze obendrein.

Maggie Walker ist für Kelli ebenso eine Inspirationsquelle wie es auch Harriet Tubman ist, die sich selbst und 70 weitere Menschen aus der Sklaverei befreite. Frauen wie sie werden jetzt im Land gesehen.

Die Frauen der Capital Region sind stark

„Richmond und Cambridge machen da einen guten Job“, sagt Kelli Lemon und hastet zu einem Interview für ein Kurzporträt mit einer bekannten Business-Lady von Richmond. „The women who drive Richmond“. Mag sein, dass manch einer in den USA noch immer von einem Frauenbild aus den 50er-Jahren träumt, die Realität der weiblichen Welt sieht längst anders aus.

Sie sind stark die Frauen der Capital Region. Unabhängig und eine unverzichtbare Insitution an der Ostküste der USA. Fast 250 Jahre haben sie die  Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika ganz wesentlich mitgeschrieben. Und sie schreiben sie fort. Auch in der mächtigsten Stadt der Welt gibt eine Frau den Ton an – Bürgermeisterin Muriel Bowser.

Im letzten Abendlicht geselle ich mich zu den bronzenen weiblichen Pionieren des Virginia Women’s Monument am Capitol Spuare Park und staune über all die Kraft der Frauen.

Virginia Women’s Monument am Capitol Spuare Park in Richmond. 1000 Bank St. Richmond, VA 23219 Foto: Flora Jädicke
Virginia Women’s Monument am Capitol Spuare Park in Richmond. 1000 Bank St. Richmond, VA 23219 Foto: Flora Jädicke
Selbstportrait im SAAM (Smisthonian American Arts Musuem) mit Judith F. Baca's, "Las Tres Marías" von 1976 . Foto: Flora Jädicke
Selbstportrait im SAAM (Smisthonian American Arts Musuem) mit Judith F. Baca’s, „Las Tres Marías“ von 1976 . Foto: Flora Jädicke

Gut zu wissen:

Anreise:

United Airlines fliegtt täglich von München, Berlin, Stuttgart oder Frankfurt nach Washington DC Dulles International Airport und zurück.

Hotel:

Im Hotel ZENA in Washington D.C. Das gesamte Design widmet sich dem Thema Frau und Frauenrechte auf subtile und entspannte Art. Für zwei Personen ab 250 Dollar pro Nacht. www.viceroyhotelsandresorts.com/zena .

In Richmond bietet die zentrale Lage des Hilton Downtown im Stadtteil Jackson Ward eine idealen Ausgangsort Virginias Hauptstadt zu erkunden. Zwei Personen nächtigen ab 288 Dollar pro Nacht. www.hilton.com

In Cambridge Maryland begeistert das kleine Airbnb von Ann Damianos mit Stil, Herz und guter Lage nahe der Choptank River Marina. https://www.airbnb.de/, ca. 122 Euro pro Nacht im Baumhauszimmer. Ann ist zu recht Superhost und Gäste-Favorit.

Tour-Vorschlag:

Mit „A Tour of Her Own“ zu den „Call Boxes“ durch Washingtons Frauengeschichte. Die 2018 gegründete und mehrfach ausgezeichnete Agentur hat sich auf die Geschichte der Frauen in Washington D.C. spezialisiert. www.atourofherown.com

In Cambridge verteilt findet man mehrer Murals zu Harriet Tubman und die Statue „Beacon of Hope“ vor dem Dorchester County Courthouse. Ganz besonders lohnt ein Besuch im Harriet Tubman Visitor Centers in Church Creek, das etwa 20 Autominuten von Cambridge entfernt ist. Dorchester County Visitor Center, 2 Rose Hill Place, Cambridge, MD 21613, 1-410-228-1000, info@harriettubmanbyway.org, www.harriettubmanbyway.org

Museum:

In Washington, DC The National Museum of Women in the Arts in Washington D.C. (NMWA), ist das größte Museum der Welt, das ausschließlich die Kunstwerke von Frauen sammelt und ausstellt. 1250 New York Ave. NW Washington,DC 20005, geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 17 Uhr. www.nmwa.org

National Portrait Gallery und The Smithsonian American Art Museum an der 8th and G Streets, NW, Washington, DC 20004, https://americanart.si.edu/ und Portrait Gallery https://npg.si.edu/

In Cambridge Harriet Tubman Museum and Educational Center in der Race Street. 424 Race St, Cambridge, MD 21613-1836.

Richmond: Virginia Museum of Fine Arts bietet eine exzellente Dauerausstellung.

In Richmond empfiehlt sich eine 30 Minuten dauernde Tour durch das Maggie L. Walker House. Das im Bezirk Jackson Ward gehört zum National Park Service. www.nps.gov/mawa/index.htm, oder ein Besuch beim Women’s Monument am Fuße des Virginia State Capitol, auf der Ostseite des Capitol Square, 1000 Bank St, Richmond, VA 23219

Ausflüge:

Der Harriet Tubman Underground Railroad National Historical Park. Der Harriet Tubman Byway führt alleine in Maryland auf 125 Meilen durch die Geschichte der großen Freiheitskämpferin. Alle Informationen unter: https://harriettubmanbyway.org/

Restaurant:

In Washington das Centrolina, vibrierender Hotspot im Zentrum Washingtons. Der Michelin Guide wertet es als bestes italienisches Restaurant in D.C.. www.centrolinadc.com, 974 Palmer Alley NW Washington, DC 20001.

Nicht unweit davon ist die aus Boston stammende Tatte Bakery, Tatte Bakery & Cafe, 1090 Street Northwest, Washington, DC ein beliebter Treffpunkt. Ausgezeichnete Kuchen und kleine Gerichte.

In Richmond: Breakfast mit sozialem Touch in der Urban Hang Suite. 304 E Broad St RICHMOND, Virginia 23219, www.urbanhangsuiterva.com . Zum Dinner empfiehlt sich Burton’s Grill and Bar in Cary Town oder das Fall Line Kitchen and Bar im Mariott Hotel, direkt gegenüber dem Hilton Downtown.

Cherry Blossom Festival (Kirschblütenfest) von Mitte/Ende März bis Anfang/Mitte April. Auch die rosafarbene Pracht geht auf die hartnäckige Arbeit einer Frau zurück: Eliza Scidmore.  www.cherryblossomwatch.com

Info: Capital Region USA (Washington D.C.,Virginia und Maryland)
www.capitalregionusa.de (deutsche Website)

Credits: Das Titelbild GAL GADOT as Wonder Woman in Warner Bros. Pictures’ WONDER WOMAN 1984 Photo by Clay Enos and DC Comics

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